Nov 27, 2009
Crowdsourcing, Narzissmus, Marketing-Spaß und Kunst – Wer muss noch von SocialMedia überzeugt werden?
Als Thomas Burberry im Jahr 1856 sein erstes Textilgeschäft eröffnete und wenige Jahre später im Auftrag des britischen Militärs den Trenchcoat entwickelte, hätte er wahrscheinlich nicht damit gerechnet, dass Burberry einst königlich britischer Hoflieferant seiner Majestät Königin Elisabeth II und des Prince of Wales werden würde. Aller Wahrscheinlichkeit hat er auch keineswegs damit gerechnet, dass seine Kunden selbst und mit viel Freude an der Sache für die Verbreitung seiner Produkte sorgen würden.
Und das tun sie mittlerweile auf der ganzen Welt. Seit Burberry mit ART OF THE TRENCH online gegangen ist, strotzt die Seite vor täglichen Bilder-Uploads durch Kunden. Jeder will zum Kreis der auserwählten "Straßenmodels" gehören, die auf der Website des exklusiven Modelabels veröffentlicht werden. Das Prinzip ist so einfach wie effektiv: Burberry hat in Gedenken seiner ursprünglichen Erfindung und prominentesten Produktes ein Foto-Sharing-Portal eröffnet und auf der ganzen Welt bekannte Fotografen losgeschickt, um Fotos von Menschen im Trenchcoat zu machen.
Diese Bilder werden auf ART OF THE TRENCH veröffentlicht. Aber auch Amateurfotos sind willkommen und gelangen auf das Bilder-Portal, so dass quasi im Minutentakt neue Trenchcoatbilder angeschaut und nach Kriterien wie Beliebtheitsgrad, Style, Geschlecht oder Wetterlage sortiert werden können.
Der große Benefit liegt jedoch in der Verknüpfung mit Social Media. Für jedes Foto wird die Möglichkeit geboten, es zu kommentieren, bewerten und was am wichtigsten ist, es zu teilen. Dafür hat Burberry eine wohl überlegte Auswahl getroffen: Das Foto kann per E-Mail versendet werden, auf dem Social Bookmarking-Dienst delicious als Lesezeichen gespeichert, getwittert oder auf Facebook veröffentlicht werden.
Nebenbei kann man sehr anschaulich Trenchcoats aus den vergangenen Jahrzehnten betrachten und natürlich auch so ein Glanzstück erwerben.







